EuroWire , WIEN: Österreich hat die Grundpfeiler einer nationalen Afrikastrategie formuliert und sein diplomatisches und wirtschaftliches Engagement auf dem Kontinent verstärkt. Wien will damit einen langfristigen Rahmen für die Beziehungen zu seinen afrikanischen Partnern schaffen. Offizielle Erklärungen der letzten Monate zeigen, dass der Plan auf Frieden, Sicherheit, nachhaltige Entwicklung und Wirtschaftsbeziehungen ausgerichtet ist. Die österreichische Regierung gab bekannt, dass die Strategie dem Nationalrat im Jahr 2026 vorgelegt werden soll.

Das österreichische Außenministerium kündigte im Oktober 2025 erstmals an, dass die Bundesregierung eine umfassende Afrikastrategie entwickeln werde. Im Februar erklärte Staatssekretär Sepp Schellhorn während eines Besuchs in Ghana, die Strategie befinde sich noch in der Entwicklung und nannte Stabilität, Resilienz, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Bildungspartnerschaft und einen kooperativen Ansatz in der Migrationspolitik als ihre Arbeitspfeiler. Damit lieferte er die bisher deutlichste offizielle Skizze des operativen Schwerpunkts des Plans.
Diese Strategie wurde im April bekräftigt, als Österreich sie stärker mit Handel und Investitionen verknüpfte. Bei einem Wirtschaftsgespräch des Ministeriums am 8. April in Wien erklärten Vertreter, die Initiative ziele darauf ab, die Rahmenbedingungen für österreichische Unternehmen auf afrikanischen Märkten zu verbessern und gleichzeitig die Zusammenarbeit in den Bereichen Stabilität, Sicherheit und Resilienz auszubauen. Das Ministerium hob Infrastruktur, Wasserwirtschaft, Umwelttechnologie, Landwirtschaft und Tourismus als Sektoren hervor, in denen es Potenzial für ein intensiveres Engagement sieht.
Wirtschaftliche und politische Prioritäten
Österreich verband diese Strategie auch mit institutioneller Diplomatie. Am 20. April traf Außenministerin Beate Meinl-Reisinger den Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union , Mahmoud Ali Youssouf, im Hauptsitz der Afrikanischen Union in Addis Abeba. Dort unterzeichneten beide Seiten eine Absichtserklärung zu Frieden und Sicherheit, Regierungsführung, Menschenrechten, wirtschaftlicher Entwicklung und multilateraler Zusammenarbeit. Das Abkommen gab der österreichischen Afrikapolitik eine formale kontinentale Plattform, die über bilaterale Kontakte mit einzelnen Staaten hinausgeht.
Am selben Tag erklärte Meinl-Reisinger während Gesprächen in Äthiopien, Afrika sei für das exportorientierte Österreich von strategischer Bedeutung und verknüpfte die Afrikapolitik der Bundesregierung mit der Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit, Migration und Entwicklung. Zwei Tage später unterzeichneten Österreich und Marokko ein Abkommen über den strategischen Dialog. Wien bezeichnete Marokko darin sowohl als Wirtschaftspartner als auch als Partner in den Bereichen Sicherheit, Stabilität und Migration und dehnte damit die Politik auf Nordafrika aus.
Diplomatische Kontakte und institutionelle Beziehungen
Am 29. April berief das österreichische Außenministerium seinen Beirat für Entwicklungspolitik ein, um Beiträge aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung für die künftige Afrikastrategie einzuholen. Das Ministerium bekräftigte, dass Wirtschaft, Sicherheit, Stabilität und nachhaltige Entwicklung die Kernbereiche darstellen. Zusammen mit dem zuvor geschlossenen Abkommen der Afrikanischen Union und den im April stattgefundenen Wirtschaftskonsultationen zeigte das Treffen, dass Österreich sowohl diplomatische als auch innenpolitische Kanäle nutzt, um den Rahmen zu gestalten.
Die Ankündigungen der Regierung zeigen, dass Österreich über eine allgemeine Absichtserklärung hinausgegangen ist und nun die Partnerschaften, Sektorprioritäten und politischen Säulen seiner Afrika-Agenda konkretisiert. Gleichzeitig wird die Afrika-Strategie in offiziellen österreichischen Stellungnahmen weiterhin als ein Plan in der Entwicklung und nicht als ein endgültiges, veröffentlichtes Dokument bezeichnet, obwohl Österreich die Kontakte zur Afrikanischen Union und zu einzelnen Staaten vertieft. Die Regierung hat erklärt, die Strategie werde 2026 dem Nationalrat als Grundlage für weitergehende Beziehungen zu afrikanischen Partnern vorgelegt.
Der Beitrag „Österreich verstärkt Afrika-Partnerschaftsstrategie“ erschien zuerst im British Messenger .
