EuroWire , BRÜSSEL: Die Europäische Kommission hat im Rahmen der jüngsten Förderrunde der Europäischen Wasserstoffbank neun Wasserstoffproduktionsprojekte für EU-Fördergelder in Höhe von rund 1,09 Milliarden Euro ausgewählt. Die Projekte, die sich auf sieben europäische Länder verteilen, sollen die Elektrolysekapazität um fast 1,1 Gigawatt erhöhen und in den ersten zehn Betriebsjahren mehr als 1,3 Millionen Tonnen Wasserstoff produzieren. Die Finanzierung erfolgt über den Innovationsfonds aus den Einnahmen des EU-Emissionshandelssystems.

Die ausgewählten Projekte befinden sich in Griechenland, Spanien, Dänemark, Österreich, Finnland, Deutschland und Norwegen. Fünf Projekte wurden in der Kategorie „Erneuerbarer Wasserstoff allgemein“, zwei in der Kategorie „Kohlenstoffarmer Wasserstoff“ und zwei in einem Segment für Lieferanten für die Schifffahrts- bzw. Luftfahrtindustrie ausgewählt. Laut den von der Kommission veröffentlichten Ergebnissen lagen die Zuschlagsgebote zwischen 0,44 € und 3,49 € pro Kilogramm und spiegelten damit die von den Projektentwicklern in den drei Auktionssegmenten eingereichten Preisvorstellungen wider.
Die dritte Auktion verzeichnete 58 Gebote von Projekten aus elf Ländern mit einem Fördervolumen von 8,4 Milliarden Euro – deutlich mehr als die ursprünglich verfügbaren 1,3 Milliarden Euro. Erstmals wurden in dieser Runde neben erneuerbaren Kraftstoffen nicht-biologischen Ursprungs auch elektrolytisch erzeugter, kohlenstoffarmer Wasserstoff sowie ein eigener Förderkanal für Hersteller, die die Schifffahrts- und Luftfahrtbranche beliefern, berücksichtigt. Die Ergebnisse unterstreichen den enormen Bedarf an öffentlichen Fördermitteln, da Europa seine Wasserstoffkapazitäten für industrielle Anwendungen und den schwer zu dekarbonisierenden Verkehrssektor ausbaut.
Finanzierungsbedingungen und Projektmix
Im Rahmen des Auktionsverfahrens wird die Förderung als feste Prämie gezahlt, die an die verifizierte und zertifizierte Wasserstoffproduktion gekoppelt ist und bis zu zehn Jahre nach Inbetriebnahme der Projekte gilt. Die Europäische Kommission gab an, dass die ausgewählten Projekte in den ersten zehn Jahren voraussichtlich rund neun Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent einsparen werden. Von dem gesamten Auktionsbudget waren 600 Millionen Euro für erneuerbaren Wasserstoff, 400 Millionen Euro für erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff und 300 Millionen Euro für Lieferungen an Abnehmer in der Schifffahrt oder Luftfahrt vorgesehen.
Die neun Projekte wurden nun aufgefordert, mit der Vorbereitung der Fördervereinbarungen zu beginnen – dem nächsten Schritt vor der formellen Zusage der Finanzierung. Gemäß den Auktionsregeln müssen die ausgewählten Projektentwickler innerhalb von zwei Monaten eine unterzeichnete Fertigstellungsgarantie vorlegen, innerhalb von zweieinhalb Jahren den Finanzierungsabschluss erreichen und innerhalb von fünf Jahren den Betrieb aufnehmen. Zieht ein Projekt seine Bewerbung zurück, kann die Kommission auf eine Reserveliste zurückgreifen. Einige Projekte dieser Liste können im Rahmen der Auktionsstruktur auch in nationale Förderprogramme in Spanien und Deutschland übernommen werden.
Weitergehende EU-Wasserstoffinitiative
Die Förderung ergänzt ein Finanzierungsprogramm, das die Europäische Kommission 2022 über die Europäische Wasserstoffbank ins Leben gerufen hat, um den Aufbau eines kommerziellen Wasserstoffmarktes zu unterstützen und die Kluft zwischen Produktionskosten und Marktpreisen zu verringern. Die Bank ist kein eigenständiger Kreditgeber, sondern ein politisches Instrument, das durch EU-Fördermittel unterstützt wird. In der vorangegangenen nationalen Ausschreibung wurden 15 Projekte mit 992 Millionen Euro ausgewählt, während in der ersten Runde fast 720 Millionen Euro an sieben Projekte vergeben wurden. Dies ist die dritte aufeinanderfolgende großangelegte EU-Förderung für Wasserstoff.
Das ausgewählte Portfolio umfasst größere Projekte wie Finnlands 500-Megawatt-Projekt Cloudberry und Dänemarks 300-Megawatt-Projekt MorGen sowie kleinere Industrie- und Verkehrsanlagen in anderen Ländern. Die Projekte decken verschiedene Produktionskategorien und Endmärkte ab und entsprechen den Vorgaben des Innovationsfonds der Kommission. Die Europäische Kommission gab bekannt, dass die endgültige Liste der im Rahmen der Auktion unterzeichneten Projekte voraussichtlich Ende 2026 vorliegen wird.
Der Beitrag „EU unterstützt neun Wasserstoffprojekte mit 1,09 Milliarden Euro“ erschien zuerst im British Messenger .
